Hochhaus – Wunsch und Wirklichkeit

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Die vom amerikanischen Büro Adrian Smith + Gordon Gill Architecture jüngst vorgelegten Pläne für den Kingdom Tower in Jeddah, Saudi-Arabien, beweisen es: Auch in Krisenzeiten sind Hochhäuser wirksame Statussymbole. Erst recht natürlich, wenn der Bauherr mit einem entsprechenden Superlativ aufwarten kann: Der Kingdom Tower soll der höchste Bau der Welt werden; mit über 1.000 Metern wird er den Burj Kalifa in Dubai nochmals weit überragen. Das Projekt ist kein Einzelfall; etwa die Hälfte aller Hochhäuser weltweit wurde seit der Jahrtausendwende gebaut. Die Gründe für die Hinwendung zu dieser Bauform sind von Ort zu Ort unterschiedlich. In Europa etwa wird mit den spiegelnden Vorhangfassaden der Türme vorrangig die Geschäftswelt assoziiert, während in Nordamerika prestigeträchtige Projekte häufiger auch mit exklusivem Wohnen werben. In Asien bietet das Bauen in die Höhe vor allem Wohnraum für eine unglaubliche Zahl von Menschen in den rasant wachsenden Großstädten. Unabhängig von ihrem konkreten Zweck sind die Projekte jedoch immer auch eines: Ausdruck der wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Stellung der – privaten oder öffentlichen – Bauherren, Zeichen der wirtschaftlichen und politischen Situation, in der sie entstehen.  

Die Ausstellung „Hochhaus – Wunsch und Wirklichkeit“ (31. August 2011 bis 2. Januar 2012) im Züricher Museum für Gestaltung widmet sich den facettenreichen Erscheinungs- und Deutungsmöglichkeiten des Hochhauses. Gezeigt werden sowohl herausragende Gebäude als auch Hochhaus-Alltag an so unterschiedlichen Orten wie Zürich, New York, Dubai oder Hongkong. In Abbildungen, Modellen, Filmen und Vorträgen werden Werke von Foster + Partners, Gigon / Guyer, Herzog & de Meuron, Steven Holl, Jean Nouvel, OMA, Renzo Piano Building Workshop und anderen vorgestellt.

Ein zweiter Teil der Ausstellung ist dem zeitgenössischen Blick von Kunstschaffenden gewidmet. Hier findet nicht allein die Faszination für gewaltige von Menschenhand errichtete Bauwerke Ausdruck, sondern vielmehr eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte des Wolkenkratzers statt. Die künstlerischen, großteils fotografischen Arbeiten können dabei auch als Kommentare auf eine zusehends globalisierte und urbanisierte Welt gelesen werden.

Hochhaus – Wunsch und Wirklichkeit
Ausstellung vom 31. August bis zum 2. Januar 2012
Museum für Gestaltung, Zürich
www.museum-gestaltung.ch


Abbildungen

Hans-Georg Esch, Shanghai 32 (Oriental Pearl Tower, Shanghai World Financial Center, Jin Mao Building), 2010, © HG Esch, Hennef

Jason Hawkes, City of London (30 St Mary Axe/”The Gherkin”, Heron Tower, jenseits der Themse Shard London Bridge im Bau), 2011, © Jason Hawkes

Georg Aerni, Tsz Wan Shan (Hongkong, aus Serie „TV Time“), 2000, © Georg Aerni

Simon Koy, Schanghai (im Hintergrund Jin Mao Building und Shanghai World Financial Center), 2011, © Simon Koy

Dick Chan Kwong-yuen, Megafauna (Hongkong, mit Bank of China und HSBC Headquarters), 2008, © Dick Chan Kwong-yuen

Skidmore, Owings & Merrill, Burj Khalifa, Dubai, 2010, Foto: SOM/Nick Merrill, © Hedrich Blessing

United Architects, Wettbewerbsprojekt für das World Trade Center, New York, 2002, © United Architects

Olivo Barbieri, site specific_NYC 07, 2007, © Olivo Barbieri Courtesy Yancey Richardson Gallery New York

Bas Princen, Valley (Jing'an), 2007, © Bas Princen

Gigon / Guyer, Prime Tower, 2011, Foto: Thies Wachter, Zürich, © die Autoren

Gigon / Guyer, Prime Tower, 2011, Foto: Ralph Bensberg, © Swiss Prime Site AG

Mikhael Subotzky & Patrick Waterhouse, Ponte City 47/09 (aus der Serie “Windows”), Johannesburg, 2008-2010, © Mikhael Subotzky & Patrick Waterhouse Courtesy Goodman Gallery and Magnum Photos

Publikation “Hochhaus – Wunsch und Wirklichkeit“, Titelseite, 2011, Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), Hatje Cantz

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