Die Ankunft der Postmoderne setzte der asketischen Haltung der Moderne ein Ende – oder versuchte es zumindest. Dazu zählte die Neuentdeckung des Ornaments in der Architektur und im Design, oft allerdings, wie zuweilen auch in der Literatur, mit deutlicher (Selbst-)Ironie. Hochhäuser etwa wurden durch aufgesetzte Pyramiden als Obelisken oder mit überzogenen Gliederungen in Anlehnung an Basis, Schaft und Kapitell als übergroße Säulen deklariert, Autoren sprachen ihre Leser außerhalb der Romanhandlung direkt an und boten sogar alternative Endungen, Design und Mode wurde bunt und verspielt. Die Ausstellung „Postmodernism: Style and Subversion 1970 – 1990“, zu sehen bis zum 15. Januar im Londoner Victoria and Albert Museum, will als erste große Überblicksschau die Entwicklung der Postmoderne nachzeichnen, von ihren Anfängen als provokative architektonische Strömung in den 1970er-Jahren bis zu ihren weitreichenden Auswirkungen auf Kunst, Film, Musik und Mode. Über 250 Exponate der unterschiedlichsten Genres zeigen die Postmoderne in all ihren Spielarten, unter ihnen die subversiven Arbeiten der italienischen Gruppen Studio Alchymia und Memphis, grafische Arbeiten von Peter Saville und Neville Brody, Architekturmodelle und -zeichnungen – darunter die Originalzeichnungen für das AT&T-Gebäude von Philip Johnson (1978) –, Bilder von Robert Rauschenberg und Andy Warhol, die glänzende Stahlbüste „Louis XIV“ von Jeff Koons, eine Nachbildung von Jenny Holzers Arbeit „Protect Me From What I Want“ (1983 – 85), Filme wie The Last of England (1987) von Derek Jarman oder Blade Runner (1982) von Ridley Scott und Musikvideos von Laurie Anderson, Grace Jones oder New Order.
Postmodernism: Style and Subversion 1970 – 1990
Ausstellung bis zum 15. Januar 2012
Victoria and Albert Museum, London
www.vam.ac.uk